Qualitätssicherung

Erstmusterprüfbericht (EMPB) erstellen: Ablauf, Inhalt & Vorlage

Von QOMIOakt. 20. August 20268 Min. Lesezeit
Illustration: Erstmusterprüfbericht mit Deckblatt, Merkmalsliste und Bewertung i.O./n.i.O. – EMPB erstellen

Kurz gesagt: Ein Erstmusterprüfbericht (EMPB) ist der dokumentierte Nachweis, dass ein Erstmuster alle Vorgaben der Zeichnung erfüllt. Er besteht aus einem Deckblatt, der gestempelten Zeichnung und einer Merkmalsliste mit Soll-Werten, gemessenen Ist-Werten und i.O./n.i.O.-Bewertung. Dieser Leitfaden zeigt, was hineingehört, wie der Ablauf der Erstbemusterung aussieht – und wie Sie den EMPB mit einer kostenlosen Stempel-Software vorbereiten.

Was ist ein Erstmusterprüfbericht?

Der Erstmusterprüfbericht – kurz EMPB – ist ein zentrales Dokument der Qualitätssicherung im Maschinenbau und in der Zulieferindustrie. Bevor ein Teil in Serie geht, weist der Lieferant damit nach, dass das erste gefertigte Muster alle Merkmale der Zeichnung einhält: Maße, Toleranzen, Oberflächen, Form- und Lagetoleranzen sowie Werkstoff- und Funktionsanforderungen.

Der EMPB schafft Vertrauen und Nachvollziehbarkeit: Der Kunde sieht schwarz auf weiß, dass Prozess und Werkzeug ein normgerechtes Teil liefern. Fällt ein Merkmal aus der Toleranz, wird es als n.i.O. markiert und muss vor der Serienfreigabe geklärt werden.

Wann ist ein EMPB nötig?

Eine Erstbemusterung wird typischerweise in diesen Fällen verlangt:

  • beim Serienanlauf eines neuen Teils,
  • nach Konstruktions- oder Zeichnungsänderungen,
  • bei Werkzeug-, Maschinen- oder Prozessänderungen,
  • bei einem Lieferanten- oder Standortwechsel,
  • nach längerer Produktionsunterbrechung.

In der Automobilindustrie ist die Erstbemusterung über VDA Band 2 (Verband der Automobilindustrie) bzw. PPAP (Production Part Approval Process) geregelt – dazu weiter unten mehr.

Was gehört in einen EMPB?

Ein vollständiger Erstmusterprüfbericht besteht aus zwei Teilen: dem Deckblatt mit den Kopfdaten und der eigentlichen Merkmalsliste.

BestandteilInhalt
DeckblattTeilename & -nummer, Zeichnungs-/Änderungsstand, Lieferant, Kunde, Grund der Bemusterung, Werkstoff, Anzahl Muster, Gesamturteil
Gestempelte ZeichnungAlle Merkmale nummeriert (balloniert), eindeutig referenzierbar
MerkmalslisteJe Merkmal: Nr., Bezeichnung, Soll-Wert, Toleranz, Ist-Wert, Prüfmittel, Bewertung i.O./n.i.O.
Nachweise (optional)Werkstoffzeugnisse, Messprotokolle, Funktions- und Zuverlässigkeitsnachweise

EMPB erstellen: der Ablauf

Der Weg von der Zeichnung zum fertigen Bericht folgt einem klaren Muster:

1ZeichnungPDF öffnen2StempelnMerkmale ballonieren3MessenSoll & Ist erfassen4Bewerteni.O. / n.i.O.5EMPBProtokoll export.
Von der Zeichnung zum EMPB: Stempeln, Messen und Bewerten laufen in einem durchgehenden Ablauf.

Der aufwendigste Teil ist das Stempeln und die Merkmalserfassung. Genau hier setzt das kostenlose QOMIO Ballooning-Tool an: Merkmale ballonieren, Soll- und Ist-Werte eintragen, automatisch bewerten und als Prüfprotokoll exportieren. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Leitfaden „Zeichnung stempeln & EMPB erstellen“.

EMPB, VDA Band 2 und PPAP – die Unterschiede

Drei Begriffe, ein Ziel – der dokumentierte Nachweis der Serienreife. Sie unterscheiden sich vor allem in Herkunft und Formalisierungsgrad:

  • EMPB: der klassische deutsche Erstmusterprüfbericht, branchenübergreifend im Maschinenbau verbreitet.
  • VDA Band 2: der Standard des Verbands der Automobilindustrie für die Erstmusterprüfung in Europa, mit definierten Vorlage- und Freigabestufen.
  • PPAP: das nordamerikanische Pendant (AIAG) mit bis zu 18 geforderten Nachweisdokumenten – umfangreicher formalisiert.

Häufige Fehler beim EMPB

  • Merkmale übersehen: Jedes bemaßte und tolerierte Merkmal gehört in die Liste. Systematisches Stempeln mit automatischer Durchnummerierung verhindert Lücken.
  • Falscher Zeichnungsstand: Immer gegen den aktuellen Änderungsindex bemustern – ein veralteter Stand macht den ganzen Bericht wertlos.
  • Fehlende Prüfmittelangabe: Ohne dokumentiertes Messmittel ist ein Ist-Wert nicht nachvollziehbar.
  • Allgemeintoleranzen ignoriert: Auch Maße ohne eigene Toleranz müssen bewertet werden – nach ISO 2768.

EMPB kostenlos vorbereiten

Für ein einzelnes Erstmuster brauchen Sie keine teure CAQ-Software. Mit dem kostenlosen Ballooning-Tool erstellen Sie die gestempelte Zeichnung und die bewertete Merkmalsliste – die Grundlage jedes EMPB – direkt im Browser, ohne Upload und ohne Konto. Wer den vollständigen Bericht mit normkonformem Deckblatt, automatischer Auswertung und Serien-Anbindung braucht, findet ihn in der QOMIO-Lösung für die Qualitätsprüfung – ein Praxisbeispiel zeigt der Q-Report.

Häufige Fragen

Ein Erstmusterprüfbericht dokumentiert, dass ein neu oder geändert gefertigtes Teil alle Vorgaben der Zeichnung und Spezifikation erfüllt. Er enthält alle prüfrelevanten Merkmale mit Soll-Wert, Toleranz, gemessenem Ist-Wert und Bewertung – zusammen mit der gestempelten Zeichnung und einem Deckblatt.

Immer, wenn ein Kunde eine Erstbemusterung verlangt: bei Serienanlauf eines neuen Teils, nach Konstruktions- oder Prozessänderungen, bei Werkzeug- oder Lieferantenwechsel oder nach längerer Produktionsunterbrechung. In der Automobilindustrie ist das über VDA Band 2 bzw. PPAP geregelt.

EMPB ist der deutsche Erstmusterprüfbericht. VDA Band 2 ist der Standard des Verbands der Automobilindustrie für die Erstbemusterung, PPAP (Production Part Approval Process) das Pendant aus dem nordamerikanischen Raum (AIAG). Alle verfolgen dasselbe Ziel: den dokumentierten Nachweis der Serienreife.

Den Kern – die gestempelte Zeichnung und die bewertete Merkmalsliste – erzeugen Sie mit dem kostenlosen QOMIO Ballooning-Tool: Merkmale stempeln, Soll- und Ist-Werte erfassen, automatisch bewerten und als Prüfprotokoll exportieren. Für den vollständigen Bericht inklusive normkonformem Deckblatt nutzen Sie die QOMIO-Qualitätsprüfung.

Üblich sind Teilename und -nummer, Zeichnungs- und Änderungsstand, Lieferant und Kunde, Grund der Bemusterung, verwendete Werkstoffe, Anzahl der Muster sowie das Gesamturteil. Die genaue Form gibt der Kunde vor, meist nach VDA Band 2 oder PPAP.